Wildtierfotografie. Die abenteuerliche Art der Fotografie.

Wildtierfotografie. Sie ist wahrscheinlich die Königsklasse der Fotografie. Warum? Ganz einfach. Draußen wartet niemand auf Dich, im Grunde genommen bist Du nie willkommen und immer ein Störenfried. Tiere in freier Wildbahn zu fotografieren ist tatsächlich keine leichte Aufgabe und vielleicht gerade deshalb eine der schönsten, die es gibt. 

Das neue Jahr hat längst begonnen und die Pläne für dieses nehmen langsam Form an. Ohne gute Vorsätze gestartet, kam es mir doch in den Sinn, dass ich mich gern wieder intensiver mit dem Thema Wildtierfotografie beschäftigen möchte. Die Art der Fotografie ist zwar keine leichte und auf keinen Fall eine bequeme, doch ist diese Art der Fotografie, die mir meisten Spaß macht. Draußen, an der frischen Luft, meist allein und in vollkommener Ruhe, warte ich auf mein Motiv. Und während ich warte, kann ich meine Gedanken sortieren und dadurch inneren Frieden finden. 

Ich glaube, ich bin damit nicht allein. Viele entdecken, vielleicht gerade in diesen Zeiten, ihre Leidenschaft zur Natur- und Landschaftsfotografie bzw. zur Wildtierfotografie. Und daran ist nichts schlechtes zu finden. Für mich ist es eines der schönsten Hobbys und ich bin froh, dass ich diese Leidenschaft sogar teilweise zu meinem Beruf machen konnte. Trotzdem denke ich manchmal, das diese Leidenschaft ihre Grenzen hat und es eben Bereiche gibt, die nicht überschritten werden sollten. 

Wildtierfotografie – eine abenteuerliche Reise

Wildtierfotografie ist mehr als ein einfaches Hobby. Es ist wie eine abenteuerliche Reise in die Natur. Ein Eintauchen in das Ursprüngliche, das Unberührte, das Wilde. Natürlich bin ich mir bewusst, dass wir hier in unserer Region kaum unberührte, wilde oder ursprüngliche Natur haben, trotzdem kommt die Wildtierfotografie diesem schon sehr nahe. Es geht darum, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu fotografieren und diese ungestört und friedlich auf einem Bild festzuhalten. Und damit dieses gelingt muss jeder, der sich wirklich mit dem Thema befassen möchte, die Tiere kennen, die er fotografieren will.

Vielleicht ist „das Kennen der Tiere“, die wichtigste Fähigkeit die jeder mitbringen muss, der sich ernsthaft mit dem Thema Wildtierfotografie auseinandersetzen möchte. Es geht dabei darum, herauszufinden wo sie leben, zu welcher Jahreszeit sie sich wo aufhalten oder darum, was sie fressen und wie sie sich in ihrer Umwelt verhalten. Ausschließlich mit diesem Wissen, gelingt es am Ende eine Geschichte zu erzählen und dadurch bessere Fotos bzw. schönere Tierportraits  zu machen. 

Du weißt, dass Du den Tieren niemals nachstellen darfst, sie nie in die Enge treiben solltest und Dich zurückziehst, sobald sie aufgeregt und nervös wirken. Wenn es zu dem Punkt kommt, an dem ein Tier flieht, bist Du ihm zu nahe gekommen. Das bedeutet für das Tier, dass es Energie verbrauchen muss, die gerade in den Wintermonaten lebenswichtig sein kann. Darüber hinaus verursacht jede Flucht unnötigen Stress, was niemals gut ist.

Eine teure Kamera, ein großes Objektiv und der gutgemeinte Wille, Tiere in ihrer natürlichen Lebensweise zu portraitieren stellt keinen Freifahrtschein da. Es gibt immer auch Regeln und Hinweise, an die sich jeder halten sollte. Leider ist das nicht immer das Fall und wahrscheinlich ist das der Grund warum manche Jägerinnen und Jäger skeptisch gegenüber Wildtierfotografinnen und -fotografen sind. Ich für meinen Teil, kann das durchaus verstehen. 

Sprich mit den jagdausübungsberechtigten Personen.

Eine Sache, die mir im Bereich der Wildtierfotografie durchaus weitergeholfen hat, war das Gespräch mit den jeweiligen, jagdausübungsberechtigten Personen zu suchen. Dabei bin ich fast immer auf offene Ohren gestoßen und oft kam es vor, dass mich Jägerinnen und Jäger mit ins Revier genommen haben. Dort habe ich tatsächlich eine Menge über die Zusammhänge innerhalb der Natur gelernt. Die Jägerinnen und Jäger zeigten mir, worauf ich achten muss, was ich zu beachten habe und worauf es wirklich ankommt. 

Niemals ging es darum, mein Vorhaben schlecht zu machen, sondern immer darum, was für das Wild das Beste ist. Aus diesen Gesprächen habe ich immer viel mitnehmen können und so meistens bekam ich darüber hinaus die Erlaubnis, in den jeweiligen Revieren unter Einhaltung der Regeln Fotos schießen zu dürfen. Den Jägerinnen und Jägern aus unserem Ort habe ich darüber hinaus im letzten Jahr eine Galerie mit Aufnahmen zur Verfügung gestellt, die sie kostenlos nutzen können, wenn sie möchten.

Wenn man diese Dinge beachtet, sich mit dem Wild vertraut macht, sich an gewisse Regeln hält und auf die Interessen anderer achtet und eingeht, dann wird die Wildtierfotografie zu einer abenteuerlichen Reise, die viel Spannung, Spaß und Freude bereithält. Und dann, aber wirklich erst dann, kannst Du guten Gewissens atemberaubende Momente erleben. 

Aber was braucht man für die Wildtierfotografie?

 Was Du für die Wildtierfotografie brauchst? Natürlich eine Kamera, ein gutes Objektiv und viel, viel Geduld. Bei der Geduld, kann ich Dir leider nicht helfen. Aber was die Technik betrifft, darauf gehe ich in meinem nächsten Beitrag zum Theme Wildtierfotografie genauer ein. Versprochen.